Geschichte
Nach dem Auszug 58 v. Chr. und der Niederlage gegen Julius Cäsar bei Bibracte im gleichen Jahr, kehrten die vier helvetischen Stämme ins heute schweizerische Mittelland zurück.Wann genau die Stadt Aventicum gegründet wurde, ist unbekannt. 15 v.Chr., nach der endgültigen Vereinnahmung des heute schweizerischen Gebietes durch Rom, wird Aventicum Hauptstadt der Helvetier. Diese befand sich an einer strategisch wichtigen Lage an der Mittellandstrasse. Zudem verband ein Kanal die Vorstadt mit dem am Murtensee gelegenen Hafen und somit mit dem Wasserweg. Unter Kaiser Vespasian, etwa 71/72 n. Chr., erhält die Stadt den Status einer Kolonie.
Aus der nachfolgenden Zeit stammen die meisten heute noch sichtbaren Bauwerke. Es handelt sich ausschliesslich um öffentliche Gebäude der römischen Stadt. Die ausgedehnten Wohnhäuser, Handwerkseinrichtungen oder Ingenieurwerke (z.B. Kanalisationsgänge, Aquädukte, Strassen) liegen grösstenteils unter den modernen Wohn- und Industriequartieren und sind nicht konserviert.
Zu besichtigen sind die Stadtmauer mit Osttor und einem Wachturm (die sogenannte «Tornallaz»), die Forumsthermen, das Amphitheater, das Theater, Überreste des Tempels der «Grange des Dîmes» und des Cigognier-Heiligtums sowie Reste de Westtores. Bei jedem dieser Monumente ist eine Informationstafel aufgestellt. Die Besichtigung ist frei. Im 2. und 3. Jahrhundert war die Hauptstadt der Helvetier blühend und zählte schätzungsweise um die 20'000 Einwohner.
Kommunikations- und Handelsverbindungen bestanden zu weiten Teilen des römischen Reiches. Anlässlich der Alamanneneinfällen um 275 /277 n. Chr. wurde Aventicum weitgehend zerstört. Die Besiedlung ging in viel geringerem Ausmasse sicher weiter, doch erholte sich die Stadt nie wieder ganz. Zeugnisse der Spätantike sind rar. Offiziell geht die Römerzeit 455 n. Chr. in unserer Gegend zu Ende. Die häufigen Notausgrabungen im Gebiet der Römerstadt legen regelmässig Teile von privaten und öffentlichen Gebäuden für kurze Zeit zutage. Diese Bauüberreste verschwinden meistens unter den Neubauten.
Vom Mittelalter zur Neuzeit
Im 6. Jahrhundert ist ein Bischofssitz belegt, der aber schon Ende des Jahrhunderts nach Lausanne verlegt wurde. Die archäologischen Zeugnisse dieser Zeit sind noch sehr spärlich. Seit dem 7. Jahrhundert ist das Städtchen auch unter dem Namen Wifflisburg bekannt, so benannt nach dem germanischen Anführer Wibilo. Das Städtchen befand sich offensichtlich zuerst am Ostabhang des Hügels, um sich ab dem 13. Jahrhundert auf dem Hügel zu entwickeln, geschützt von einer Stadtmauer. Avenches war zu dieser Zeit immer noch im Besitz des Bischofs von Lausanne. Das Mittelalter hat interessante Spuren hinterlassen, so das Schloss und die Kirche der Hl. Maria Magdalena, die auf ein Stift aus dem 12. Jh. zurückgeht.
1536 wurde Avenches von Bern unterworfen. Aus der Berner Besatzungszeit stammt das Hôtel de Ville.1798 kam Avenches zum Kanton Freiburg, um schliesslich 1802 samt dem Bezirk Avenches der Waadt zugeschlagen zu werden.
Adresse
Place de l´Eglise 3
1580 Avenches
Fax +41 (0) 26 675 33 93












